Ein Jahr elektrisch

Mitte Dezember war es endlich geschafft. Das erste Jahr eGolfen war rum. Und ich muss sagen, es freut mich noch immer, einzusteigen, den Schlüssel zu drehen und außer der netten kleinen Melodie kein Geräusch zu hören.

Hier ein paar Gedanken zu Auto und dem Fahren:

Am erstaunlichsten und so nicht gedacht ist der Umstand, dass ich (wenn ich alles richtig aufgeschrieben und berechnet habe) ungefähr die Hälfte der Zeit/Kilometer gratis unterwegs bin (Euro-/KWh-Angaben alle gerundet).
Erst half die kostenlose Charge&Fuel-Karte, den richtigen Einstieg zu finden, dann diverse Aktionen von Telekom oder ADAC/EnBW. Darüber hinaus gern genommene Ladesäulen mit Gratisstrom (Halstenbek, Kaufland, IKEA, …).
Ich habe für meine mittlerweile fast 11.000 km einen KWh-Verbrauch von rund 1.750 insgesamt. Dem Umstand mit geschuldet, dass ich häufig Kurzstrecke unterwegs bin, was den Durchschnittsverbrauch in die Höhe treibt, ebenso wie die breiten 18″-Reifen. Davon habe ich 700 KWh zuhause geladen (PolarStern für 21,5 c/KWh) und ca. 250 KWh extern auf Rechnung, hauptsächlich via Maingau (Kunde) und ADAC/EnBW (Mitglied). Einmal mit NewMotion in Belgien. Das heißt, ich habe knapp 800 KWh gratis geladen.


Gekostet hat mich das bisher ca. 210,- Euro (145,- zuhause, 65,- bei Anbietern).
Als Vergleich zum alten Auto, Volvo V50, 2.0 … 11.000 KM, 6,5 Ø auf 100 km, Diesel 1,25 = fast 900,- Euro! Sind schon einmal 700 weniger. Dann 300,- Euro jährliche Steuereinsparung und günstiger in der Versicherung. Sagen wir 1.000,- Euro / Jahr Einsparung. Das ist schon eine Menge!!!

Das Fahren selber ist nicht nur für’s Gewissen eine schöne Sache, sondern gefällt mir als passionierter Autofahrer besonders gut. Das Dahingleiten, das stufenlose Beschleunigen, das One-Pedal-Driving – steht alles auf der Habenseite. Beim Plus. Aber ich wäre nicht objektiv, wenn ich nicht auch das Negative berücksichtigen würde. Der Fahrkomfort an sich ist für mich allemal ausreichend. Alles macht einen wertigen Eindruck und bestätigt diesen auch.

Fehlen tut mir ab und an der Stauraum, den ein Golf einfach nicht hat im Vergleich zum V50. Einfach reinpfeffern und gut ist. Dafür kann der eGolf aber wenig. Ist ja Äpfel mit Birnen vergleichen. Dann habe ich noch nicht 100% heraus, wie das am Besten mit der Lüftung funktioniert. Häufig beschlagene Scheiben, abgesehen davon, dass die (von innen) verschmiert sind. Das hatte ich noch bisher bei keinem Auto. Der Regensensor ist mir zu grob differenziert. Da hätte ich gerne zwei drei mehr Möglichkeiten, Zwischenschritte zu wählen. Mit dem Navi komme ich eigentlich ganz gut zurecht, wenn nur das zeitintensive Update via Card nicht wäre. das liegt immer noch hier rum, da ich bisher noch nie über 30 Minuten unterwegs war. WLAN funktioniert leider auch nicht, da ich nicht nah genug an mein (Reihen) Haus herankomme. Die Reichweite ist natürlich recht sparsam bemessen, wenn man sieht was die Konkurrenz auf dem Markt hat, reicht aber in 95% der Fälle locker aus. Und das Laden könnte sehr viel schneller gehen. Zumal es ja möglich ist – nur für den Golf (warum auch immer) begrenzt ist.

Ansonsten … hmmm … muss ich echt mal überlegen.

Langstrecke geht sehr gut und entspannt – wenngleich der Zeitfaktor schon enorm ist. Für die 660 KM (Hamburg > Brüssel) brauche ich im Durchschnitt 12 Stunden. Alles entspannt und gratis, aber mit einem Verbrenner benötige ich da schon nur die Hälfte an Zeit. Wenn man Zeit hat, alles gut, aber für ein Wochenende, auch ein langes, schon echt ambitioniert. Aber wenn man nicht für lau fahren muss/möchte, gibt es bestimmt noch sehr viel Optimierungspotential und Zeitersparnissmöglichkeiten: Direktere Strecke (ca. 550 km), viermal Laden, aber nicht über 85% hinaus (die letzten Prozent kosten viel Zeit) und nur noch volle Leistung laden (40 KW CCS-Schnelllader). Da ist noch die eine oder andere Stunde möglich.

Aber alles in Allem überwiegen schon die Vorteile und das gute Gefühl. Das nächste Jahr kann gerne kommen, ich freue mich auf weitere Kilometer und leises Dahingleiten!

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