Brüssel > Hamburg (Part II)

Gesagt, gefahren. Von Bottrop aus ging es schnell, zumal ich den schnellsten Weg ausgewählt hatte im Navi. Und schon schickte mich das Navi in die Pampa. Erst kam es mir komisch vor, dass ich parallel zur Autobahn fuhr – aber dann tat sich ein dicker Stau auf der Autobahn auf, so dass ich gewiss schneller war. Ich gehe zumindest davon aus. Der Ruhe wegen … 

IKEA selber habe ich schnell erreicht, alles frei, alles gut. Und noch genug im Akku – über 100 km. Da sollte es nicht so lange dauern, bis die erforderlichen Elektronen eingefangen worden sind. Es wurden dann zwar doch noch knapp 50 Minuten, damit war ich wieder bei 209 km Restreichweite, aber was soll’s. Ich bin nicht auf der Flucht. Der nächste Stopp kündigte sich bei 125 km an. Also musste ich auch nicht mit 93 hinter einem Laster hängen, sondern hatte mir schnell einen Camper ausgeguckt, der mit 110 über die Piste juckelte. Die Niederländer wieder … Das ging sehr lange gut. Auch wenn auf dem Abschnitt viele Baustellen mit 60 oder 80 den Fluss unterbrochen hatten, kam ich gut voran. Ab und zu dann auch mal 120 km/h, doch damit schmolz der Puffer auch schnell dahin. Als dann Bremen in Sicht kam, wollte ich schon etwas runter schalten und meiner Entspannung Luft machen, doch eine Baustelle, die genau die fragliche Abzweigung blockierte, die mich zum letzten Ladepunkt bringen sollte, machte mir – vorerst – einen Strich durch die Rechnung. Also schnell umdenken, nächste ab und ab Richtung Hemelingen. Dann nächste wieder runter, gedreht und wieder zurück. Damit hatte ich dann auch fünf Kilometern mehr auf der Uhr, aber am Ende bin ich doch recht locker an die Säule gerollt – auch, wenn die Natur ihren Tribut einforderte … Jetzt sollte es schnell gehen. Sollte … Aber das vermaledeite CCS lud nur mit etwas mehr als 20 kW, anstatt der möglichen 40. Naja, dann halt ausrechnen, wie viel man noch braucht und bloß nicht zu lange Laden. Der Rest dann lieber zuhause … 

Und so machte ich mich mit 67%-gefülltem Akku wieder auf die Strecke gen Heimat. Da waren fast 80 Kilometer mehr im Akku, als nötig. Das sollte doch reichen. Also flux auf’s Pedal gestiegen und ab dafür. Aber schon nach der Hälfte des Dahingleitens merkte ich, dass das so wohl ein Nullspiel werden würde. Die eingestellten 115 waren dann wohl doch zu viel für die Strecke. Und so waren es bei der Abzweigung gen Elbtunnel nur noch knapp 17 Kilometer mehr, als es bis in die Garage vonnöten war. Da musste also etwas geschehen. Runter auf 110 und dann auf 105 … Und dann – rein in den Stau! Knapp 10 Kilometer vor dem Elbtunnel stockte es. Der Reichweite tat es gut. Und durch die bekannte Topographie (bergab gen Hansestadt) kamen nach und nach wieder mehr Kilometer auf die Anzeige. So dass ich schlussendlich (15 Minuten hat mich das Stocken gekostet) mit 32 km Rest auf den heimischen Hof rollte … 

Jetzt nuckelt der Gute seine Elektronen von der heimischen WallBox und genießt die Ruhe und den Stillstand. Gut hat er es gemacht. Ohne ein Zicken. So muss Auto … 

Die 606 Kilometer insgesamt wurden in 11:25 bewerkstelligt, wobei es sich auf 8:23 Fahren und 3:02 Laden aufteilte. Nicht die 13 Stunden von der Hinreise, auch 50 Kilometer weniger. Besser geplant und dennoch: Mission Completed – kostenfrei von Hamburg nach Brüssel und wieder zurück! Ich bin ein wenig stolz …  

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