Brüssel > Hamburg (Part I)

Am frühen Montag morgen ging es zurück in die (noch) heimatlichen Gefilde. Der Plan ist es ja schon, in Kürze – zumindest für einen gewissen Zeitraum – nach Brüssel überzusiedeln. Denn nur so macht das Zusammenleben Sinn … wenn man eben zusammenlebt.

Die Strecken, die ich herausgesucht hatte, waren alle moderat. Immer zwischen 115 und 127 Kilometer. Also jeweils ca. 1,5 Stunden, berechnet man einen etwaigen Stau oder das Hin- und wieder Zurückfahren vom Lader, der in der Regel etwas ab von der idealen Strecke (sprich der Autobahn) liegt. Das einzige Manko in der Planung, was mir hoffentlich keinen Strich durch die Rechnung machen würde, war der erste Halt in Maaseik. Der Lidl dort hatte eine ziemliche Alleinstellung in der Gegend, und ich startete mit einer Restreichweite von 136 km. Bei einer Strecke von 115 km. Rein rechnerisch durchaus machbar. Aber die Regel zeigte schon häufiger, dass die Restreichweitenanzeige nur ideelle Werte darstellten. Dennoch setzte ich alles auf eine Karte, einen Lader, und machte mich auf den Weg. Zum Glück wieder antizyklisch, denn rein nach Brüssel, Montag morgens … die Hölle. Raus kein Problem. Der erste Teilabschnitt sollte also sehr sparsam gefahren werden. Daher suchte ich mir früh einen LKW, der mit konstanten 93 km/h vor mir herzuckelte. Und siehe da – im Windschatten und mit moderater Fahrweise und Geschwindigkeit, kletterte die errechnete Endrestreichweitenanzeige (was für ein Wort) von anfänglich 16 auf 20 und mehr … Stetig fuhr ich mehr Strecke, als mir abgezogen wurde. Und so wurde mein Gefühl allmählich besser. Bis zu dem Zeitpunkt, als der LKW vor mir nach Gent abbog und ich … ohne Windschatten und ein paar Steigungen vor mir auf mich alleine gestellt war. Noch 40 km, 60 Rest. Noch 35 km, 52 Rest. Noch 20 km, Rest bei 27. Sollte es sich ausgehen? Und dann die Frage, geht die Säule überhaupt, oder war sie besetzt bzw. zugeparkt? Bei 10 km vor dem Ziel eine Ladesäule – noch 19 km Rest … Das würde knapp werden mit dem Hinfahren, umdrehen und wieder zurückkommen, sollte ich dazu gezwungen werden. Zumal die Ausweichsäule bei einem Peugeot-Händler stand. Aber wenn ich lieb bitten würde …

Und dann, dank Überlandfahrt mit lediglich 60 bis 80 km/h, stagnierte die Restreichweite und die Säule kam trotzdem näher. Entspannung ist etwas anderes, aber so langsam wurde ich wieder ruhiger. Ich würde es jetzt bestimmt auch auf die deutsche Seite rüberschaffen zum Fastnet-Ladepark. Wäre dann zwar mit der Challenge „kostenlos“ gescheitert, aber immerhin würde ich nicht liegenbleiben. 

Aber siehe da … Lidl und die ABB-Säule ließen mich nicht im Stich. Bei bestem, sonnigen Wetter rollte ich mit einem Rest von 18 km auf den Parkplatz – alles frei, stöpselte ein und die Säule fing an zu laden. Es waren noch 5% Elektronen im Akku … schon recht ambitioniert … Tief durchatmen!

Nicht einmal vollmachen musste ich, ab dem Zeitpunkt lägen die Streckenabschnitte nur noch mehr oder weniger 125 km auseinander. Also schon bei 90% abgebrochen und mit einem Rest von 245 km (im Eco+-Modus) ging es auf die Strecke über die Niederlande nach Deutschland – Kaufland in Bottrop war das Ziel. Schon bekannt von der Hinfahrt. Alles easy-peasy, 110 als Geschwindigkeit, teilweise war eh nur 100 erlaubt. Hinter einem Kleinlaster und einem Wohnmobile, die mit ca. 110 km/h über die Piste fegten. Und Bottrop war schnell erreicht. Hier nun aufladen bis zum Rand, da in Osnabrück nur ein 20 kW-Lader bei IKEA auf mich wartete. Da wollte ich so kurz wie möglich halten. So lange, wie man halt braucht, um die nötige Restreichweite (plus Puffer) zu laden und eine Marabu zu erstehen … 

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