Rekupationsstufe „B“

Hier und jetzt möchte ich gerne einen kurzen Text über das One-Pedal-Fahren in einem e-Autos verfassen. Dabei gibt es Grundsätzliches zu erklären, sowie die Vorteile und die Nachteile abzuwägen.

Als erstes sollte ich erwähnen, dass es bei dem eGolf quasi fünf unterschiedlich starke Rekupationsstufen gibt. Also Einstellungen, bei denen durch das Bremsen mit dem Motor Energie zurückgewonnen wird und in den Akku wieder eingespeist wird. Natürlich als unterste Stufe gar keine Rekupation – auch gerne als „Segeln“ beschrieben. Denn sobald man den Fuß vom Gaspedal nimmt, rollt der Wagen … und rollt und rollt und rollt … Enorm, was man so zurücklegen kann.

Dann gibt es die unterschiedlichen Stufen D1, D2 und D3, allesamt in der Reihenfolge durch leichten Druck am Schalthebel zur Seite einzustellen – und wieder zu löschen. Bei D1 merkt man eine ganz leichte Verzögerung, die aber in der Regel nicht einmal dazu ausreicht, dass die Bremslichter anspringen. Bei D2 merkt man schon deutlicher, dass irgendetwas bremst, bei D3 ist das schon sehr ordentlich. Um an eine Ampel mit vorausschauendem Fahren zum Stehen zu kommen, meistens ausreichend. Wobei auf den letzten Metern (wortwörtlich) die eigentliche Bremse noch hinzugenommen werden sollte, möchte man keine Bekanntschaft mit dem Kofferraum des Vordermannes machen.

Rekapi… Rikupitat… Bremsen

Am stärksten – und mit einem weiterem nach-Hinten-ziehen des Schaltknaufes stellt man die Rekupationsstufe B ein. Und das bremst schon richtig. Da merkt man, dass man nach vorne in den Gurt gedrückt wird.

Diese enorme Verzögerung ohne Betätigen der Bremse – im Zusammenspiel mit der grandiosen Beschleunigung – machen es also möglich, nur mit dem Gaspedal zu fahren. Runterdrücken gleich Anfahren, in der Schwebe halten bedeutet Geschwindigkeit halten und Fuß vom Gas nehmen Bremsen. Das sogenannte One-Pedal-Fahren. Man muss sich ein wenig dran gewöhnen, aber nach kurzer Zeit hat man (vergleichbar mit dem Kupplungspunkt beim Schaltgetriebe) die Fuß-/Pedalstellung gefunden, die das Fahren ohne linkem Fuß ermöglicht. Und darüber hinaus springt die Energieanzeige des Displays fröhlich hin und her. Immer zwischen Energie herausziehen und wieder zurückführen.

Durch diese Fahrweise und natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass sich die Restreichweite immer an den letzten zurückgelegten Kilometern orientiert kann es also schon einmal vorkommen, dass ich in Halstenbek mit 200 KM Restreichweite starte und hier zuhause – nach ca. 5 Kilometern – dann 208 KM auf dem Display habe. Auch dank circa der Hälfte der Strecke durch eine 30-ger-Zone.

Einziges Manko ist dafür, dass man auf längerer Strecke einen Krampf im Fuß bekommen kann, denn man ist nie vom Pedal, das ein wenig mehr Kraftaufwand bedeutet als bei einem Benziner. Aber für kürzere Strecken finde ich es durchaus legitim und ein nettes Feature.

Absolutes Highlight dabei ist aber natürlich, dass man seine Bremsbelege so gut wie gar nicht mehr abnutzt. Gelesen habe ich einmal von einem Tesla, dessen Bremsen nach sagenhaften 250.000 KM erst gewechselt werden mussten …

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